22.07.2026 – Welttag des Gehirns

Heute ist Welttag des Gehirns – ein Aktionstag, der das Bewusstsein für die Gesundheit unseres Gehirns sowie für neurologische Erkrankungen stärken soll. Das Gehirn ist das das Organ, das dafür sorgt, dass wir wahrnehmen, denken und handeln können.

Außerdem ist das Gehirn sehr faszinierend und gibt der Forschung bis heute viele Rätsel auf. Eines davon lautet: Spielt seine Größe eigentlich eine Rolle? Sind größere Gehirne zum Beispiel automatisch schlauer?

In verschiedenen Meta-Analysen konnte tatsächlich ein positiver Zusammenhang zwischen Gehirngröße und IQ festgestellt werden (1). Der über verschiedene Studien hinweg festgestellte Effekt ist jedoch eher klein bis moderat groß. Da in der Vergangenheit häufiger Studien veröffentlicht wurden, die signifikante und größere Effekte verzeichneten, wurde der Zusammenhang zwischen Gehirngröße und IQ häufig überschätzt. Aktuelle Analysen zeigen, dass sich aus der Größe des Gehirns kein Rückschluss auf den IQ ziehen lässt (2).

Interessanterweise gibt es dafür ein prominentes Beispiel: Das Gehirn von Albert Einstein war tatsächlich etwas kleiner bzw. leichter als das durchschnittliche männliche Gehirn (3). Eine Vermessung nach seinem Tod ergab jedoch auch, dass seine Scheitellappen ungewöhnlich groß waren. Ein Hirnareal, welches eine wichtige Rolle beim räumlichen Vorstellungsvermögen und mathematischen Denken spielt (4).

Der Welttag des Gehirns erinnert uns daran, wie wichtig Forschung, Aufklärung und Weiterbildung rund um das Gehirn und seine Erkrankungen sind. Mit unseren Fortbildungen im Bereich Neuropsychologie möchten wir dazu beitragen, aktuelles Wissen in die Praxis zu bringen und Fachpersonen in ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen.

1) Pietschnig, J., Gerdesmann, D., Zeiler, M., & Voracek, M. (2022). Of differing methods, disputed estimates and discordant interpretations: the meta-analytical multiverse of brain volume and IQ associations. Royal Society Open Science, 9. https://doi.org/10.1098/rsos.211621

2) Pietschnig, J., Penke, L., Wicherts, J., Zeiler, M., & Voracek, M. (2015). Meta-analysis of associations between human brain volume and intelligence differences: How strong are they and what do they mean?. Neuroscience and biobehavioral reviews, 57, 411-32 . https://doi.org/10.1016/j.neubiorev.2015.09.017

3) Witelson, S. F., Kigar, D. L., & Harvey, T. (1999). The exceptional brain of Albert Einstein. Lancet (London, England), 353(9170), 2149–2153. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(98)10327-6

4) Einsteins ungewöhnliches Gehirn. (2009, 20. April). Spektrum.de. https://www.spektrum.de/news/einsteins-ungewoehnliches-gehirn/992155

(Meldung vom 22. Juli 2026)